Anderthalb Stunden im Ofen, eingepackt in eine Kruste aus grobem Salz. Sie kommt heraus, schmeckt nach Rübe und nicht nach Essigglas — und braucht dafür fast keine Arbeit.
Gekochte Rote Bete aus dem Vakuumbeutel schmeckt fast immer gleich: nach Essig, nach nichts weiter. Der Salzmantel macht daraus etwas anderes. Die Knolle gart in ihrem eigenen Dampf, unter einer Kruste, die das Aroma einschließt statt es auszulaugen — mit dem Ergebnis, dass am Ende die Rübe selbst schmeckt, konzentriert und erdig, nicht die Beize.
Der Aufwand dabei ist überraschend klein. Salz und Eiweiß verrühren, einpacken, in den Ofen — der Rest passiert von allein.
Als Beilage für 4, oder als kalter Salat am nächsten Tag mit etwas Ziegenkäse.
Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.
Grobes Salz mit dem Eiweiß und den abgezupften Thymianblättchen verrühren, bis eine feuchte, formbare, sandartige Masse entsteht.
Die Rote Bete ungeschält und ungewaschen mit der Salzmasse vollständig umhüllen, sodass keine Stelle mehr offen liegt. Auf das Blech setzen.
Die Erde an der Schale stört nicht — sie bleibt beim Schälen sowieso dran.
90 Minuten backen. Die größte Knolle ist fertig, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingleitet.
Salzkruste mit einem stumpfen Messer aufbrechen und entfernen. Rote Bete schälen, solange sie noch warm ist — dann löst sich die Schale am leichtesten. In Spalten schneiden, mit Olivenöl und etwas Zitronensaft beträufeln.
Rote-Bete-Flecken auf den Händen gehen mit etwas Zitronensaft und Salz meist besser raus als mit Seife allein.