Kalender · Deutschland · Freiland und Lager

was wann wächst

Ein Kalender, den man einmal versteht und danach nicht mehr nachschlagen muss. Orange heißt: kommt jetzt frisch vom Feld. Grau heißt: gibt es noch, aber aus dem Lager.

Saisonal einkaufen ist keine Ideologie, sondern Rechnen. Ein Kilo Feldsalat kostet im Oktober ein Drittel dessen, was es im April kostet, und schmeckt trotzdem besser. Der Kalender unten deckt 28 Gemüse- und 14 Obstsorten ab: wann sich der Einkauf lohnt, wann es die Ware nur noch aus dem Lager gibt und wann man besser etwas anderes kocht. Darunter steht, wie sich das Gekaufte am längsten hält.

Die Angaben gelten für Freilandanbau in Deutschland. Regional und je nach Jahr verschieben sich die Ränder um zwei bis drei Wochen.

gemüse

28 Sorten
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Weißkohl
Rotkohl
Wirsing
Spitzkohl
Rosenkohl
Grünkohl
Blumenkohl
Brokkoli
Kohlrabi
Rote Bete
Möhre
Pastinake
Sellerie
Kartoffel
Zwiebel
Lauch
Spargel
Radieschen
Spinat
Mangold
Feldsalat
Rucola
Zucchini
Gurke
Tomate
Fenchel
Grüne Bohnen
Kürbis
frisch vom Feld aus dem Lager

obst

14 Sorten
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Rhabarber
Erdbeere
Kirsche
Johannisbeere
Himbeere
Heidelbeere
Mirabelle
Pflaume
Zwetschge
Holunder
Weintraube
Birne
Quitte
Apfel
frisch vom Feld aus dem Lager

wie es sich hält

AN DER KÜCHENTÜR

Die halbe Arbeit beim saisonalen Kochen ist nicht der Einkauf, sondern das, was danach passiert. Wer im Oktober zehn Kilo Möhren günstig bekommt, hat nur dann etwas davon, wenn sie im Februar noch gut sind.

Wurzelgemüse

Möhre, Rote Bete, Pastinake, Sellerie

Kraut abdrehen, nicht abschneiden. In feuchtem Sand oder Tuch, kühl und dunkel. Hält so drei bis sechs Monate.

Kohl

Weißkohl, Rotkohl, Wirsing

Ganze Köpfe kühl und dunkel, zwei bis vier Monate. Angeschnitten in ein feuchtes Tuch — dann noch etwa eine Woche.

Kartoffeln

Dunkel bei 4 bis 8 °C. Nie neben Äpfeln: deren Ethylen lässt sie treiben. Licht macht sie grün und ungenießbar.

Zwiebeln und Knoblauch

Luftig und trocken, nie im Kühlschrank und nie neben Kartoffeln — die geben Feuchtigkeit ab und beide verderben schneller.

Kürbis

Ganz und mit Stielansatz bei Zimmertemperatur. Hält mehrere Monate. Angeschnitten in den Kühlschrank und binnen einer Woche verbrauchen.

Blattsalate und Kräuter

Feldsalat, Rucola, Spinat, Mangold

Ungewaschen in ein feuchtes Tuch, Gemüsefach. Drei bis fünf Tage. Waschen erst direkt vor dem Essen.

Tomaten

Nicht in den Kühlschrank. Unter etwa 12 °C bricht das Aroma weg und kommt auch bei Zimmertemperatur nicht zurück.

Äpfel und Birnen

Kühl, aber getrennt vom Rest: Beide geben viel Ethylen ab und lassen alles in der Nähe schneller reifen.

Beeren

Ungewaschen, flach ausgebreitet, nicht gestapelt. Ein einziges schimmeliges Exemplar steckt binnen eines Tages die ganze Schale an.

Spargel

In ein feuchtes Tuch gewickelt, stehend oder liegend im Kühlschrank. Zwei bis drei Tage, danach wird er faserig.

Zum Mitnehmen

Genau diesen Kalender gibt es als Druckvorlage für die Innenseite der Küchentür — zwei DIN-A4-Seiten, alle 42 Sorten, dazu die Lagerhinweise von oben. Am Herd ist ein Blatt Papier praktischer als ein Telefon, und auf schwarz-weißen Druckern bleibt es genauso lesbar wie in Farbe.

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