Hauptgericht · Juli bis April

rotkohl aus der pfanne mit apfel

Rotkohl ist kein Schmorgemüse, sondern ein Pfannengemüse — fein genug geschnitten, ist er in fünfzehn Minuten fertig. Der Essig kommt zum Schluss, und zwar aus zwei Gründen.

Für2 Personen
Vorbereitung10 Min.
In der Pfanne15 Min.
SchwierigkeitLeicht
Zum Rezept
Fein geschnittener Rotkohl mit Apfelscheiben und Kümmel in einer schwarzen Eisenpfanne, von oben
Wann es Rotkohl gibt Rotkohl
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frisch vom Feld aus dem Lager

Rotkohl gilt als Sonntagsgemüse. Eine Stunde im Topf, Nelken, Lorbeer, ein Schuss Rotwein — und am Ende etwas Süßsaures, Weiches, das eher Beilage als Gericht ist. Das ist eine mögliche Zubereitung, aber sie ist nicht die einzige, und für einen Mittwochabend ist sie die falsche.

Fein genug geschnitten verhält sich Rotkohl in der Pfanne wie jedes andere Gemüse: Er bräunt, fällt zusammen und ist nach fünfzehn Minuten fertig. Der eine Handgriff, an dem es hängt, ist die Reihenfolge — der Essig gehört ans Ende, nicht an den Anfang. Warum, steht unten in der Notiz. Und ein Nebeneffekt kommt gratis dazu: Der Kohl bekommt genau in dem Moment seine Farbe zurück, in dem er auf den Teller kommt.

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Portionen 2

Alles in einer Pfanne

  • 500 gRotkohl, etwa ein halber Kopf
  • 1säuerlicher Apfel, z. B. Boskop
  • 1rote Zwiebel
  • 2 ELOlivenöl
  • 1 TLKümmel, ganz
  • 1 TLSalz
  • 2 ELApfelessig
  • 1 TLAhornsirup

Zum Abschmecken

  • etwasschwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Acht Zutaten, eine Pfanne. Reicht für 2 als Hauptgericht mit Brot oder für 4 als Beilage. Am nächsten Tag kalt als Salat mindestens so gut wie frisch.

zubereitung

  1. Den Rotkohl vierteln und den harten Strunk keilförmig herausschneiden. Die Viertel quer in möglichst feine Streifen schneiden, drei bis vier Millimeter breit.

    Je feiner die Streifen, desto kürzer die Zeit in der Pfanne. Bei einem halben Zentimeter werden aus fünfzehn Minuten schnell vierzig.

  2. Die Zwiebel in feine Ringe schneiden. Den Apfel mit Schale vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Viertel in Stifte schneiden.

  3. Das Olivenöl in der größten Pfanne, die da ist, stark erhitzen. Zwiebel und Kümmel eine Minute anbraten, dann den Rotkohl dazugeben und bei hoher Hitze drei bis vier Minuten unter Wenden anbraten. Die Ränder dürfen dunkel werden.

    Der Kohl türmt sich anfangs bis über den Pfannenrand. Nach zwei Minuten fällt er zusammen — bis dahin einfach weiterwenden.

  4. Das Salz dazugeben, die Hitze auf mittel stellen und weitere acht bis zehn Minuten braten, bis der Kohl deutlich zusammengefallen und weich, aber noch bissfest ist. Kein Wasser, kein Deckel.

  5. Die Apfelstifte untermischen und zwei Minuten mitbraten. Sie sollen warm und an den Kanten weich werden, aber nicht zerfallen.

  6. Erst jetzt Apfelessig und Ahornsirup dazugeben, einmal kräftig durchschwenken und mit schwarzem Pfeffer abschmecken.

    In diesem Moment springt die Farbe von stumpfem Violett zurück auf ein klares Rot. Genau dafür kommt der Essig ans Ende.

Notiz von uns

Der häufigste Fehler ist die Reihenfolge, nicht die Zeit. Wer den Essig zusammen mit dem Kohl in die Pfanne gibt — so steht es in vielen Schmorrezepten — hat nach zwanzig Minuten immer noch zähe Streifen und dreht die Hitze hoch. Das hilft nicht: Säure hält die Zellwände fest. Der zweite Grund für zähen Rotkohl ist eine zu kleine Pfanne. Liegt der Kohl zu hoch, dünstet die untere Schicht im eigenen Wasser, während die obere trocken bleibt. Lieber zwei Durchgänge nacheinander.

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Zwei halbierte Kohlköpfe auf einem dunklen Holzbrett, daneben ein Haufen fein geschnittener Rotkohlstreifen
Gegarter Rotkohl mit Apfelstiften auf einem hellen Teller, daneben eine Scheibe dunkles Roggenbrot

notizen

Wenn der Kohl nicht weich wird
Dann kam der Essig zu früh. Säure festigt das Pektin in den Zellwänden — in saurer Flüssigkeit wird Kohl kaum noch weicher, egal wie lange er in der Pfanne liegt. Deshalb steht die Säure hier im letzten Schritt und nicht im ersten.
Rotkohl oder Blaukraut
Dieselbe Pflanze. Die Farbstoffe im Rotkohl reagieren auf Säure und Lauge: mit Essig oder Apfel wird er rot, in kalkhaltigem Wasser und ohne Säure blaustichig. Der Spritzer Essig am Ende ist deshalb auch eine Farbentscheidung.
Vegan
Ist es bereits. Wer Honig statt Ahornsirup nimmt, ändert das — geschmacklich macht es kaum einen Unterschied.
Am nächsten Tag
Kalt als Salat mit etwas Öl und grob gehackten Walnüssen. Er zieht über Nacht durch und wird milder. Aufwärmen geht, macht ihn aber weich.

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