Ein Kalender, den man einmal versteht und danach nicht mehr nachschlagen muss. Orange heißt: kommt jetzt frisch vom Feld. Grau heißt: gibt es noch, aber aus dem Lager.
Saisonal einkaufen ist keine Ideologie, sondern Rechnen. Ein Kilo Feldsalat kostet im Oktober ein Drittel dessen, was es im April kostet, und schmeckt trotzdem besser. Der Kalender unten deckt 28 Gemüse- und 14 Obstsorten ab: wann sich der Einkauf lohnt, wann es die Ware nur noch aus dem Lager gibt und wann man besser etwas anderes kocht. Darunter steht, wie sich das Gekaufte am längsten hält.
Die Angaben gelten für Freilandanbau in Deutschland. Regional und je nach Jahr verschieben sich die Ränder um zwei bis drei Wochen.
Die halbe Arbeit beim saisonalen Kochen ist nicht der Einkauf, sondern das, was danach passiert. Wer im Oktober zehn Kilo Möhren günstig bekommt, hat nur dann etwas davon, wenn sie im Februar noch gut sind.
Möhre, Rote Bete, Pastinake, Sellerie
Kraut abdrehen, nicht abschneiden. In feuchtem Sand oder Tuch, kühl und dunkel. Hält so drei bis sechs Monate.
Weißkohl, Rotkohl, Wirsing
Ganze Köpfe kühl und dunkel, zwei bis vier Monate. Angeschnitten in ein feuchtes Tuch — dann noch etwa eine Woche.
Dunkel bei 4 bis 8 °C. Nie neben Äpfeln: deren Ethylen lässt sie treiben. Licht macht sie grün und ungenießbar.
Luftig und trocken, nie im Kühlschrank und nie neben Kartoffeln — die geben Feuchtigkeit ab und beide verderben schneller.
Ganz und mit Stielansatz bei Zimmertemperatur. Hält mehrere Monate. Angeschnitten in den Kühlschrank und binnen einer Woche verbrauchen.
Feldsalat, Rucola, Spinat, Mangold
Ungewaschen in ein feuchtes Tuch, Gemüsefach. Drei bis fünf Tage. Waschen erst direkt vor dem Essen.
Nicht in den Kühlschrank. Unter etwa 12 °C bricht das Aroma weg und kommt auch bei Zimmertemperatur nicht zurück.
Kühl, aber getrennt vom Rest: Beide geben viel Ethylen ab und lassen alles in der Nähe schneller reifen.
Ungewaschen, flach ausgebreitet, nicht gestapelt. Ein einziges schimmeliges Exemplar steckt binnen eines Tages die ganze Schale an.
In ein feuchtes Tuch gewickelt, stehend oder liegend im Kühlschrank. Zwei bis drei Tage, danach wird er faserig.
Genau diesen Kalender gibt es als Druckvorlage für die Innenseite der Küchentür — zwei DIN-A4-Seiten, alle 42 Sorten, dazu die Lagerhinweise von oben. Am Herd ist ein Blatt Papier praktischer als ein Telefon, und auf schwarz-weißen Druckern bleibt es genauso lesbar wie in Farbe.
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